Was Versicherung ist

krankenzusatz
Lernen

Gefahr, Risiko, Sicherheit und Unsicherheit

Jede Handlung ist mit Unsicherheit verbunden. In der Versicherungssprache hat «Risiko» mehrere präzise Bedeutungen, die sich vom alltäglichen Gebrauch unterscheiden.

Gefahren gehören zum Leben

Menschen können ihre Umwelt nicht vollständig kontrollieren. Bedroht sind Leben und Gesundheit, etwa im Strassenverkehr, beim Sport oder am Arbeitsplatz. Auch Beziehungen, Geld und Besitz können gefährdet sein.

Völliger Rückzug schafft keine praktische Sicherheit. Erfahrung hilft, Gefahren zu erkennen und angemessen mit ihnen umzugehen. Ein Kind lernt beispielsweise den sicheren Umgang mit einem Messer; Erwachsene passen ihr Verhalten nach erlebten Schäden an.

Die persönliche Sicherheitsbilanz

Wie viel Sicherheit jemand benötigt und wie viel Unsicherheit jemand erträgt, ist persönlich. Diese Abwägung heisst Sicherheitsbilanz. Manche Menschen sichern vor allem Bestehendes ab. Andere tragen bewusst Risiken, weil damit auch Chancen auf Erfahrung, Erfolg oder Ruhm verbunden sind.

Christoph Kolumbus segelte 1492 mit drei Schiffen und rund 100 Seeleuten in unbekannte Gewässer, um Indien zu erreichen. Die Reise war unsicher. Er erreichte nicht Indien, sondern Amerika. Das Beispiel zeigt: Risiko umfasst die Chance auf Erfolg und die Gefahr des Scheiterns.

Was «Risiko» in der Versicherung bedeutet

Im Alltag wird Risiko meist als Synonym für Gefahr verwendet. In der Versicherungsbranche kann der Begriff drei Bezugsobjekte bezeichnen:

MerkeIn der Versicherungssprache kann «Risiko» das versicherte Ereignis, die versicherte Person oder das versicherte Gut meinen.

Weitere Risikobegriffe

Das maximale Risiko ist der höchstmögliche finanzielle Schaden, der eintreten kann.

Objektives und subjektives RisikoObjektives und subjektives RisikoZweispaltiger Vergleich mit Merkmalen und BeispielenWas beeinflusst das Risiko?Objektives RisikoSubjektives RisikoNicht vom Verhalten abhängigBauart · NaturgewaltenBeruf · Alter · Geschlechtstatistisch besser erfassbarVon Verhalten abhängigEhrlichkeit · SorgfaltFinanzlage · Lebensweiseschwieriger einzurechnen
Der Unterschied liegt darin, ob Verhalten und Charakter das Risiko beeinflussen.
RisikotypMerkmalBeispiele
Objektives RisikoSchadenhöhe oder Eintrittswahrscheinlichkeit hängen nicht vom Verhalten der beteiligten Person ab.Bauart, Naturgewalten, Beruf, Alter, Geschlecht
Subjektives RisikoVerhalten und Charakter der beteiligten Person beeinflussen das Risiko.Ehrlichkeit, Sorgfalt, Finanzlage, Lebensweise

Objektive Risiken bilden eine Grundlage der Prämienberechnung. Subjektive Risiken sind schwieriger zu erfassen und deshalb schwieriger einzurechnen.

Ein konstantes Risiko bleibt während der Vertragsdauer gleich, beispielsweise das Brandrisiko eines Wohnhauses. Ein veränderliches Risiko verändert sich, etwa die Krankheitsanfälligkeit eines Menschen mit steigendem Alter.

Risiko im Risikomanagement

Im Risikomanagement ist Risiko die Möglichkeit, ein gesetztes Ziel wegen einer Störung nicht oder nur teilweise zu erreichen.

  1. Ohne Ziel gibt es kein Risiko: Erst das Ziel macht mögliche Störungen sichtbar.
  2. Ein Risiko trägt nur, wer handelt: Eine blosse Idee ist noch kein Risiko.
  3. Risiko verbindet die Chance auf Erfolg mit der Gefahr des Scheiterns.

Wer eine Party in einer Waldhütte organisiert, geht mit Beginn der Organisation ein Risiko ein. Wetter, Absagen oder ein Unfall können das Ziel gefährden. Wer ganz verzichtet, vermeidet diese Störungen, verpasst aber auch die Chance auf ein gelungenes Fest.

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