Was nützt Versicherung dem Versicherten und seinem Umfeld?
Ein Unfall oder eine Krankheit trifft nicht nur die betroffene Person. Auch Familie, Arbeitgeber, Kreditgeber und weitere Dritte können von den Folgen betroffen sein. Versicherung schützt deshalb ein ganzes Umfeld.
Beispiel: der Unfall von Elmar S.
Elmar S. verunfallt und muss für zwei Monate ins Spital. Er verliert Lebensqualität und weiss nicht, ob sein Bein vollständig heilt. Seine Frau und die Kinder leiden mit und müssen ihre Pläne ändern. Ohne Versicherung kämen finanzielle Sorgen hinzu.
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Zwei Monate Erwerbsausfall bei 7000 Franken Monatslohn | 14 000 Franken |
| Spitalaufenthalt, 14 Tage zu 600 Franken | 8400 Franken |
| Operation, Arzt, Physiotherapie und Nachbehandlung | 5500 Franken |
| Weitere Auslagen wie Spezialschuhe und Transport | 1000 Franken |
| Total | 28 900 Franken |
Die obligatorische Unfallversicherung übernimmt Heilungskosten und einen Teil des Lohnausfalls. Bei einer Jahresprämie von rund 1000 Franken müsste Elmar S. ohne Versicherung mehr als 25 Jahre sparen, um 28 900 Franken selbst aufzubringen.
Versicherung schützt auch das Umfeld
- Arbeitgeber: Die Unfallversicherung entlastet ihn bei der Lohnfortzahlung.
- Bank: Das gesicherte Einkommen hilft, Hypothekarzinsen weiter zu bezahlen.
- Handwerker: Offene Rechnungen können weiterhin beglichen werden.
- Unbeteiligte Dritte: Haftpflichtversicherungen decken versicherte Schäden, etwa bei Museumsbesuchern oder durch mangelhafte Produkte.
Zwei direkte Arten von Sicherheit
| Wirkung | Bedeutung |
|---|---|
| Äussere oder objektive Sicherheit | Im versicherten Fall wird eine festgelegte Leistung erbracht; die finanziellen Folgen sind abgefedert. |
| Innere oder subjektive Sicherheit | Das Wissen um den finanziellen Schutz vermindert die Angst vor Unglücksfällen. |
Drei indirekte Wirkungen
Höhere Kreditwürdigkeit
Eine Bank berücksichtigt den Versicherungsschutz. Herr Zuberbühler beantragt für sein Haus eine Hypothek von 400 000 Franken mit rund 18 000 Franken jährlichen Zins- und Amortisationskosten. Die Bank bewilligt die volle Summe nur bei Absicherung des Todesfallrisikos durch eine Lebensversicherung. Ohne diese würde sie vermutlich nur 300 000 Franken bewilligen. Auch gut versicherte Unternehmen erhalten leichter und günstiger Kredit.
Weniger gebundene Liquidität
Ohne Versicherung müsste jede Person ein eigenes Sicherheitspolster bereithalten. Dank Prämienzahlung bleibt mehr Kapital für Investitionen, Konsum oder Vorsorge verfügbar.
Bewussterer Umgang mit Gefahren
Beratung und Information fördern Schadenverhütung. Die Kehrseite heisst Moral Hazard: Eine Person verhält sich sorgloser, weil sie sich auf den Versicherungsschutz verlässt.
| Massnahme gegen Moral Hazard | Wirkung |
|---|---|
| Bonus-Malus-Systeme und abgestufte Prämien | Sicheres Verhalten wird belohnt, etwa in der Autohaftpflicht oder bei Brandschutz |
| Beratung im Kundengespräch | Schärft das Gefahrenbewusstsein |
| Broschüren und Internetinformationen | Informieren über Gefahren in Haushalt, Sport und Verkehr |
| Beiträge an Fachstellen | Unterstützen bfu, BfB und BUL bei der Unfallverhütung |
MerkeVersicherung schafft finanzielle Sicherheit für die versicherte Person und schützt über Kreditwürdigkeit, Liquidität und Haftpflicht auch ihr Umfeld.
Rechtsgrundlagen: Artikel 1a des Unfallversicherungsgesetzes zur obligatorischen Unfallversicherung der Arbeitnehmenden und Artikel 324a des Obligationenrechts zur Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall.
Prüfungs-Check
- Du erklärst den Nutzen der Unfallversicherung am Beispiel von Elmar S.
- Du unterscheidest äussere und innere Sicherheit.
- Du nennst Kreditwürdigkeit, Liquidität und Gefahrenbewusstsein als indirekte Wirkungen.
- Du definierst Moral Hazard und kennst Gegenmassnahmen.
- Du erklärst den Schutz von Geschäftspartnern und unbeteiligten Dritten.