Was Versicherung ist

krankenzusatz
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Von der gegenseitigen Hilfe zur Gefahrengemeinschaft

Menschen können schwere Schicksalsschläge oft nicht allein bewältigen. Deshalb teilen Gemeinschaften Gefahren und tragen die finanziellen Folgen gemeinsam. Aus freiwilliger Hilfe entwickelte sich so die professionell organisierte Versicherung.

Gefahren gemeinsam bewältigen

Unfälle, Krankheiten, Naturkatastrophen oder der Verlust der Stelle können eine einzelne Person finanziell überfordern. Eine Gemeinschaft kann eine Bedrohung leichter abwehren und die Folgen eines Unglücks auf mehrere Schultern verteilen.

Von freiwilliger Solidarität zu verbindlichen Regeln

Die älteste Form der Gemeinschaft ist die Familie, ursprünglich die Grossfamilie oder Sippe. Junge Mitglieder sorgten für ältere; kranke und schwache Mitglieder wurden mitgetragen.

Freiwillige Solidarität zeigt sich auch heute:

Je weniger sich Menschen kennen, desto geringer ist häufig die Bereitschaft zur freiwilligen Hilfe. Bei hohen Kosten reicht sie deshalb nicht zuverlässig aus.

Von der Hilfe zur VersicherungVon der freiwilligen Hilfe zur modernen VersicherungTimeline mit vier EntwicklungsstufenVon der Hilfe zur VersicherungZunehmende Verbindlichkeit und professionelle OrganisationFamiliefreiwillige HilfeNachbarschaftorganisierte HilfeGemeinschaftverbindliche RegelnVersicherungprofessionellZeit →
Mit wachsender Gemeinschaft werden gegenseitige Hilfe und Organisation zunehmend verbindlich.

Die Gefahrengemeinschaft

Eine Gefahrengemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, die derselben Gefahr ausgesetzt sind und sich verbindlich zur gegenseitigen Hilfe verpflichten. Es gilt das Prinzip: «Einer für alle, alle für einen.»

Jede Person hofft, nicht betroffen zu sein. Weil dies niemand sicher weiss, verteilt die Gemeinschaft eine mögliche grosse Last auf viele Beteiligte.

Beispiele aus Geschichte und Gegenwart

BeispielGemeinsames Tragen der Gefahr
Babylonische Kaufleute vor rund 4000 JahrenKarawanen schützten vor Räubern; ein Raubschaden wurde geteilt.
Seehandel vor gut 2000 JahrenKaufmann und Schiffseigentümer teilten Schäden an Waren, die bei Seenot geopfert wurden.
SeilschaftDie Bergsteiger versprechen sich gegenseitigen Beistand.
Gemeinsames UnternehmenDie Beteiligten tragen Erfolg und Verlust gemeinsam.
Selbst organisiert oder professionell organisiert?Gefahrengemeinschaft und Versicherung im VergleichZwei Spalten vergleichen Organisation, Regeln und AusgleichWer organisiert die Gemeinschaft?GefahrengemeinschaftModerne VersicherungBetroffene organisieren sich selbstverbindliche gegenseitige HilfeLast auf mehrere verteiltVersicherer organisiert professionellBeiträge und Leistungen geregeltAusgleich über viele VersichertePrinzip: Einer für allePrinzip: Einer für alle
Entscheidend ist, wer die gemeinsame Gefahr organisiert.

Von der Gemeinschaft zur Versicherung

Kleine Gefahrengemeinschaften können sich selbst organisieren. Bei vielen Beteiligten übernimmt ein professionelles Versicherungsunternehmen diese Aufgabe: Es sammelt Beiträge, organisiert den Risikoausgleich und erbringt die vereinbarten Leistungen.

MerkeDie Versicherung ist eine professionell organisierte Gefahrengemeinschaft nach dem Prinzip «Einer für alle, alle für einen».

Der Staat als Gefahrengemeinschaft

Auch der Staat trägt gemeinsame Gefahren. Seine Mitglieder leisten über Steuern und Gebühren Beiträge. Damit werden unter anderem Armee, Polizei, schützende Gesetze, Fürsorgeleistungen, öffentliche Spitäler und Schulen finanziert.

Bei Sozialversicherungen übernimmt der Staat direkt die Rolle des Versicherers. Die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie die Invalidenversicherung sichern Betagten und Invaliden ein minimales Einkommen.

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